Private Krankenversicherung

Als Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten Sie gemäß § 12 SGB V nur die Therapie, die „ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich und notwendig“ ist, also eine nach budgetgesteuerten Vorgaben von dem gemeinsamen Bundesausschuss limitierte Einheitsmedizin. Die optimale medizinische Versorgung nach letztem Stand der Wissenschaft erhalten Sie hingegen als privat Krankenversicherter.
Nur einem gesetzlich definierten Personenkreis ist es in Deutschland möglich, die Entscheidung zu treffen, ob der Betroffene sich gesetzlich oder privat versichern möchte. Grundsätzlich können Beamte, Selbstständige, Studenten und Freiberufler ohne weitere Voraussetzungen in die Private Krankenversicherung (PKV) eintreten. Angestellte müssen für einen möglichen PKV-Beitritt über ein Brutto-Jahreseinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) verfügen. Im Jahr 2019 beträgt diese Grenze 60.750,- €. Diese Grenze wird jährlich vom Gesetzgeber neu festgelegt. Die Entscheidung, den Wechsel in eine Private Krankenversicherung vorzunehmen, sollte gut durchdacht sein, da sie nicht ohne weiteres revidierbar ist.
Die Tragweite Ihrer Entscheidung, bei welcher Privaten Krankenversicherung und in welchem Tarif Sie sich versichern, ist enorm. Bei sogenannten „Billigtarifen“ mit Leistungsausschlüssen tragen Sie bei ernsthafteren Erkrankungen dauerhaft ein möglicherweise enormes Kostenrisiko.
Die Tarife der auf das Heilwesen spezialisierten Privaten Krankenversicherer berücksichtigen alle, dass Ärzte und Apotheker im allgemeinen gesundheitsbewusster sind und laut der Statistiken der Versicherer deutlich weniger Kosten als Personen anderer Berufsgruppen verursachen. Es gibt keine Quersubvention. Sie müssen die höheren Krankheitskosten der Personen anderer Berufsgruppen also nicht mitfinanzieren. Diese speziellen Tarife sind auch für Ihre Familienmitglieder nutzbar.
Wenn ein Wechsel in die Private Krankenversicherung für Sie interessant ist, sollten Sie den Wechsel nicht in die Zukunft verlagern. Das erhöhte Eintrittsalter wird den Beitrag steigen lassen und jede Erkrankung bzw. jeder Arztbesuch kann einen Wechsel sogar unmöglich machen.
Sowohl in der Privaten Krankenversicherung, als auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung werden die Beiträge steigen, weil viele Ursachen für Kostensteigerungen beide Systeme treffen. Da die Privaten Krankenversicherungen jedoch verpflichtet sind, Alterungsrückstellungen zu bilden, werden Ihre Beiträge auch im Alter „bezahlbar“ sein. Darüber hinaus können Sie im Alter z. B. auch in einen günstigeren Tarif mit weniger Leistungen wechseln. Die Privaten Krankenversicherer sind verpflichtet, einen mit der Gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbaren Tarif -einen sogenannten Alterstarif- anzubieten. Sie können aber auch schon zum heutigem Zeitpunkt zusätzlich einen Altersentlastungstarif abschließen. Bei diesem Tarif sinken Ihre Beiträge im Alter um einen fest definierten Prozentsatz.
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